Baruthia wünscht allen Sassen in Nah und Fern eine frohgemute Sommerung. Beachtet bitte die Sommerungstermine im Bereich "Sippungsfolge".

Geschichte Baruthias 

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100 Jahre Schlaraffia

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100 Jahrungen Baruthia Oder genauer: Gegründet wurde Baruthia am 5. im Lethemond a.U. 53 (im profanen Jahr 1912).

Wie der Uhu nach Bayreuth fand Im Jahr 1876, dem Jahr der Gründung Allschlaraffias, ist auch Richard Wagners (unseres Ehrenschlaraffen Parzifals) Wunschtraum mit der Vollendung des Bayreuther Festspielhauses in Erfüllung gegangen. Er sagte darüber: „Durch mein Nibelungenwerk musste ich mich genötigt fühlen, mir eine Gralsburg der Kunst zu bauen, weit abgelegen von den gemeinen Pfaden des menschlichen Treibens. Denn dort einzig, in jenem Montsalvat, kann die ersehnte Tat dem Volke, den Eingeweihten, enthüllt werden, nicht dort, wo neben den Götzen des Tages der Gott sich nicht zeigen darf, ohne gelästert zu werden.“

Und so pilgerten unter den vielen Kunstjüngern, die Wagner aus allen deutschen Landen gerufen hatte, auch einige prominente Schlaraffen aus altpragas Geblüt nach Bayreuth, um im neuen Musentempel das Riesenwerk, den „Ring des Nibelungen“, mit zu gestalten und mit zum glänzenden Erfolg der Uraufführung zu verhelfen. Dazu gehörten der Gründer Schlaraffias und Erbherrlichkeit Graf Gleichen (profan Albert Eilers), damals herzoglicher Kammersänger zu Coburg, der den Riesen „Fasold“ darstellte, die Herrlichkeit der Praga Lehmann (profan Gustav Siehr), der den grimmen „Hagen“ spielte und bis 1889 auch als „Gurnemanz“ und „König Marke“ an den Bayreuther Festspielen mitwirkte, und Pragas Ehrenritter Wolfram von Eschenbach (profan Franz Betz), der Sänger von Weltruf und Weltruhm, der die Hauptrollen des „Wotan“ und „Wanderer“ sang und auch 1889 noch den „Hans Sachs“ und den „König Marke“ darstellte. Ihre Namen sind im Festspielhaus auf der ehernen Gedenktafel von dazumal verewigt. Auch in den folgenden Jahren kamen mehr und mehr Schlaraffen als Sänger und Tonkünstler nach Bayreuth. Dennoch blieb es bei diesen flüchtigen sommerlichen Berührungen. Verschiedene fahrende Ritter anderer Reyche hatten zwar bis zum Jahre 1909 vorübergend in Bayreuth gehaust, zur Gründung eines Uhunestes war es aber nicht gekommen.

Dabei wäre Bayreuth, diese Stadt des fränkischen Barock, der Wirkstätte dreier Kulturkreise, die an die Namen von Markgräfin Wilhelmine, Jean Paul, Franz Liszt und Richard Wagner geknüpft sind, sicherlich schon viel früher prädestiniert gewesen, ein Schlaraffen-Reych in seinen Mauern zu beherbergen. Der endlich von Erfolg gekrönte Anstoß zur Entstehung eines Baruthen-Reyches ging jedoch von profaner Seite aus. Hauste da doch eine Gesellschaft trinkfester und fröhlicher Gesellen, die sich aufgrund ihrer Vorliebe für Münchner Thomasbräu-Bier „Die Thomasbrüder“ nannten und regelmäßig im Hotel Post zusammenkamen, wo sie auf einen gewissen „Comment“ Wert legten. Auf der Suche nach einem geistigen Band, das sie mit Gleichgesinnten in anderen Orten knüpfen konnten, stieß ihr Oberhaupt und Herbergsvater, Hotelier Richard Beck, der spätere Erzschlaraffe Rt Stechschritt, auf einen Artikel in der „Gartenlaube“, der sich mit der „Gesellschaft Schlaraffia“ befasste. Intuitiv erkannte er, dass hier ihr eigenes Heil zu suchen sei, und er wusste seine Freunde dafür zu begeistern.

Der weitere Schritt bestand in der Kontaktaufnahme mit dem nächstgelegenen Schlaraffen-Reych in Nürnberg. Noch eine andere Herren- gesellschaft, mit ähnlichen Gepflogenheiten, hatte sich in Bayreuth zusammengetan. Sie tagten regelmäßig in der Gaststätte Grampp am Kutscherplatz und nannten sich „Die wilden Indianer.“ Auch unter ihnen fand sich eine Anzahl Gleichgesinnter, die sich für schlaraffische Ideale erwärmten. Besonderes Verdienst erwarb sich hier der fahrende Rt Humsera des hohen Reyches Onoldia, selbst ein „Wilder Indianer“, der dies noch schwache Flämmchen der Uhubegeisterung gar kräftig befeuerte.

Norimbergas freundliches Entgegenkommen ermöglichte es, dass schon am 26. im Lenzmond a.U. 51 (profan 1910) ein stattliches Fähnlein aus Bayreuth dort einreytten und durch mühevolles allwöchentliches Sippen in Nürnbergs Mauern die Stufenleiter vom Knappen über den Junker zum Ritter durchschreiten konnte.

Zwei andere wackere Kämpen entschlossen sich zur gleichen Zeit, den Ritt gen Egra zu wagen, um dort das Ziel des Ritterschlags zu erreichen. In Bayreuth aber tat sich indessen daneben ein „Schlaraffen-Stammtisch“ auf, dessen Mitglieder breitkrempige Filzhüte mit gelber Kordel trugen und sich bemühten, spiegelgemäß zu sippen, so gut sie es eben damals verstanden. Am 10. des Wonnemonds a.U. 51 (profan 1910) waren sie als „Pilgerschaft“ zu der kombinierten Sippung der Fränkisch-Thüringischen Reyche gen Bamberg ausgeritten. Der 9. im Lethemond derselben Jahrung fand sie aber bereits im benachbarten Friedrichsthal zu einer Sippung mit Burgfrauen vereint.

Die Geburtsstätte der nunmehrigen „Pilgerschaft Baruthia“ - das Nebenzimmer im Hotel Post – hatte sich schon bald als räumlich zu beengt erwiesen. So zog man noch am 1. des Christmonds a.U. 51 in die der Aktienbrauerei gehörende Gaststätte „Bavaria“am Mainflecklein um, wo sich durch Umbau im ersten Stock ein gar behagliches Uhunest einrichten ließ. Die Ausgabe von Anteilscheinen ermöglichte eine gediegene Ausstattung. Das hohe Reych Egra stiftete dazu seinen altehrwürdigen und kostbaren Thron sowie das dazugehörige Gestühl. Am 10. im Christmond a.U. 51 zelebrierte Herrlichkeit Fürst Frechdax des hohen Reyches Norimberga die Burgweihe und übernahm die neue „Gralsburg“ als Norimbergas Filialburg. Die erste Junkerprüfung nahm Rt Namenlos - Ceremonienmeister des hohen Reyches Kyborgia - vor. Schon im Heumond dieser Jahrung war das hohe Reych Norimberga einstimmig zur Mutter der künftigen Colonie erkürt worden. Das hohe Reych Egra sollte die Stelle der „Ziehmutter“ übernehmen.

Am 25. des Lenzmonds a.U. 52 (profan 1911) wurden die acht gen Norimberga ausreyttenden Baruthen dortselbst zu Rittern geschlagen. Von den gleichzeitig gen Egra pilgernden Recken empfing der eine seinen Ritterschlag dort am 7. im Ostermond a.U. 52, der andere etwas später. Nunmehr war durch das Vorhandensein von zehn ortsansässigen Rittern die erste Voraussetzung für eine Colonie-Gründung in Bayreuth gegeben. Die übrigen sechs Mitglieder der „Pilgerschaft“ erklärten sich bereit, sich ihnen als „Knappen“ unterzuordnen.

Die Namen der Recken, die Jahr und Tag außerordentliche Mühen und Opfer auf sich nahmen, wöchentlich zu den Sippungen der entfernten Reyche zu reytten, um die Reychsgründung zu ermöglichen, bleiben unvergessen. Gen Norimberga ritten: Rt Spazzo, Rt Schnaunzer, Rt Stechschritt, Rt Waldkauz, Rt 1000sassa, Rt Posaunias, Rt Fafner und Rt Correktiv. Nach Egra ritten: Rt Vagabundus und Rt Gournemanz.

Am 2. des Lenzmonds a.U. 53 (profan 1912) erklärte sich die „Pilgerschaft“ zur „Präsumptiven Colonie“. Sie zählte nunmehr 23 Mitglieder. Der gleiche Abend vereinigte die Sassen der hohen Norimberga und Egra im großen Saal der Gesellschaft Frohsinn zu einer Festsippung, an der die Baruthen aber nur als Gäste teilnehmen konnten. Am 16. des Wonnemonds a.U. 53 fand der erste, noch „interne“ Ritterschlag der Baruthia statt!

Nachdem erstmalig in „Der Schlaraffia Zeyttungen“ vom 1. im Lenzmond a.U. 53 die Gründung einer „Schlaraffia“ in Bayreuth Erwähnung fand, verlautbarte die Nr. 402 vom 10. im Lethemond a.U. 53 die Botschaft der Allmutter über die bewilligte Gründung der „Colonie Baruthia“ mit dem Gründungsdatum vom 5. im Lethemond a.U. 53 (profan 1912). Die Gründung wurde fünf Tage später im Saal der „Harmonie“ gar feyerlich zelebriert.

Vom 24. Windmond a.U. 53 wird eine „Dankfeyer der Colonie-Gründung“ erwähnt. Als Herrlichkeiten der jungen Colonie sind in der Stammrolle a. U. 53/54 die Rtt Spazzo, Schnaunzer und Vagabundus angeführt. Die Sassenschaft zählte außerdem 17 sesshafte Ritter und vier Junker. Der erste offizielle Ritterschlag wurde am 19. im Ostermond a.U. 54 (profan 1913) vorgenommen.

Die kommende Winterung brachte das große Ereignis der Reychserhebung. Die Sanktionsfeyer fand am 14. und 15. im Lenzmond a. U. 55 (profan 1914) mit höchstem Glanz im großen Sonnensaal statt. Die Festsippung, zu der 29 Reyche mit 142 Rittern, Junkern und Knappen eingeritten waren, leiteten die Herrlichkeiten Spazzo, Schnaunzer und Vagabundus. Den Prolog hatte Rt Stechschritt verfasst. Herrlichkeit Gradaus von der hohen Praga, als Vertreter der Allmutter, nahm die Sanktion vor, während Herrlichkeit Jochen von der hohen Egra eine gar bedeutende Rede hielt. Das Ehrengeschenk der Ziehmutter Egra, ein Reychsschwert, ziert heute noch unsere Burg.

Hier sei noch die erste Ordensgründung vom Urahnen-Nachtwächter-Orden benannt, weil er - ebenso wie unsere Nachtwächter-Ahnen in Gold und Silber - auf das uns von Rt Omar aus dem hR Fryburgia Brisgaviae vermachte Bild, das ihn in seiner Rolle als Nachtwächter in den Meistersingern von Richard Wagner darstellt, zurückzuführen ist.

Die Sturmzeichen des heraufziehenden Weltkrieges 1914-18 machten sich in Bayreuth besonders störend bemerkbar, griffen sie doch schmerzlich in den Ablauf der Sommerfestspiele 1914 ein.

Das Reych Baruthia musste 17 wackere Sassen ins Feld ziehen lassen. Bereits das Jahr 1915 (a.U. 56) verzeichnete 5 gefallene Baruthen, darunter auch den Styx. Der freundschaftliche Zusammenhalt zwischen Front und Heimat wird jedoch für immer einen ehrenvollen Platz in der Geschichte unseres Reyches behalten.

Die Sommerung a.U. 62 (profan 1921) führte zum Ausbau der neuen Gralsburg in der Ludwigstraße. Der folgende Windmond brachte bereits die Burgweihe. Als Herrlichkeiten wurden erstmals aufgeführt a.U. 61/62 Rt Zwick-Zwack, a.U. 65/66 Rt Vitruvius und Rt Spotto, a.U. 67/68 Rt Daxl sowie a.U. 68/69 Rt Zangerl, dem das Reych den Ehrennamen „Der Große“ verlieh. Als weitere Herrlichkeiten bis zum Anbruch der uhu-finsteren Zeit schmückten noch die Rt Egidius und Rt Wiedehupf den Thron Baruthias. Das profane Jahr 1934 besiegelte das Schicksal des Reyches. Nach einem Protokollbuch-Vermerk der Winterung 89/90 muss die letzte Sippung in der Jahrung a.U. 75 (profan 1934) stattgefunden haben. Das Archiv und Aktenmaterial wurden von den Schergen Hitlers konfisziert und gingen auf diese Weise leider verloren. Bayreuth war seinerzeit die Hochburg des national-sozialistischen Gaues Bayerische Ostmark! Ein Häuflein getreuer Recken, immer bespitzelt, aber hielt die Idee Baruthias aufrecht, wenn auch nur in Form eines Stammtisches im Verein mit Nichtschlaraffen.

Eine Reihe von mutigen Baruthen sorgte jedoch dafür, dass das Reychsschwert, die Orden und Ahnen sowie andere Regalia zu Hause versteckt wurden und über die Nazi-Zeit hinaus dem Reych erhalten blieben. Hervorzuheben in diesem Zusammenhang sind hier unser Rt Huius, der die Schwerter des Reyches zu Hause in einer Holzkiste in seinem Dachboden versteckte, und Rt Schwungpepperl, der viel sonstige Utensilien bei sich zu Hause verwahrte.

Die Neuerstehung des Reyches Baruthia wäre aber sicherlich nicht gelungen, wenn unsere lieben Freunde und Gönner aus der Gallia Helvetica nicht gewesen wären! Sie waren es, die uns nicht nur mit Rat und Tat, sondern auch großzügig mit Mammon zur Seite standen, mit dem wir unter anderem so wichtige Dinge wie neue Helme und Bandeliere anschaffen konnten. Ihnen gebührt ewiger Dank und Anerkennung. In unserem Reych und in unseren Herzen werden sie immer einen besonderen Ehrenplatz einnehmen!

Um die Neuerstehung Baruthias haben sich auch besonders verdient gemacht, der unersetzliche Kantzellar Rt Cincinnatus-Sedina, Herrlichkeit Zangerl, die Erbherrlichkeit Vitruvius, Rt Mädikuß und der gen Ahamerika ausgewanderte Rt Larynx, um nur einige zu nennen.

Einen kräftigen Zuwachs erfuhr das Reych durch eine Anzahl zugezogener Schlaraffen aus den aufgelösten Ostreychen. Darunter sei vor allem genannt unsere im ganzen Uhuversum gerühmte Herrlichkeit Viel-Jus vom Arkol aus dem hR Castellum Albiense (Leitmeritz), Ehrenritter der Allmutter Praga und Ehrenritter Allschlaraffias, Allschlaraffenrat in den Jahrungen a.U. 98 - a.U. 111.

Die damalige Schlaraffenzeyttung „Uhu-Funken“ vom 20. im Heumond a.U. 88 (profan 1947) nahm erstmalig wieder von Baruthia Notiz und vermeldete, dass dort jeden Donnestag Glock 20 des Abends regelmäßig im Gasthof „Eule“ gesippt werde. Als Tag der „Gründungsversammlung“ wurde der 27. im Christmond a.U. 88 genannt und am 22. im Heumond a.U. 89 (profan 1948) wurde im neuen ambtlichen Protokollbuch als erste die 591. Sippung, zugleich Schlaraffiade, festgehalten. Am 2. im Lethemond a.U. 89 konnte die alte Gralsburg wieder bezogen werden. Die Weihefeyer der Burg wurde am 30. im Lethemond vorgenommen. Und der 27. im Herbstmond a.U. 90 (profan 1949) fand die Baruthen erstmalig in ihrer umgebauten Gralsburg versammelt.

In einem an die alten Zeiten gemahnenden glanzvollen Rahmen konnte im Lenzmond a.U. 93 (profan 1952) das 40. Stiftungsfest des Reyches begangen werden. Von den drei Herrlichkeiten, den Fürsten Zangerl, Vitruvius und Viel-Jus im Saal des Hotels Post gar feyerlich gestaltet, geehrt durch den Einritt von Vertretern aus 17 Reychen und von 6 Ehrenrittern der Baruthia, darunter der einzige damals noch lebende Erzschlaraffe der Baruthia: Erbherrlichkeit Rt Vagabundus, der inzwischen in der Ratisbona sesshaft geworden war.

Die Baruthia gründete insgesamt vier Tochter-Reyche:

Am 8. im Lenzmond a.U. 65 (profan 1924) das Reych „Culminaha“ (Nr. 245) durch den Rt Druckebold u.a.

Am 2. im Ostermond a.U. 68 (profan 1927) das Reych „An den Zwo Pruggen“ (Nr. 269) durch den Rt Musbacher

Am 1. im Ostermond a.U. 70 (profan 1929) das Reych „Heylbronnen“ (Nr. 286) durch den Rt Defrecher

Und nach dem zweiten Weltkrieg: Am 21. im Lethemond a.U. 91 (profan 1950) das Reych „Curia Salensis“ (Nr. 316) durch den Rt Toll-Toll u.a.

Slogan der geheime Verführer

Zwar endet damit zum Glück nicht die Geschichte unserer lieben Baruthia, wohl aber der Bericht darüber. Es ist vorgesehen, die folgenden Jahre in einer demnächst erscheinenden Stiftungsfest-Chronik darzustellen.

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